01.04.2015 09:09:27
Ursula Flessner

Sicher wissen das viele Menschen nicht: die Brüder der weiblichen Küken, die als Legehehennen aufgezogen werden, werden nicht gebraucht. Sie taugen nicht für eine kostengünstige Mast. Also werden sie mit Kohlendioxid vergast oder bei lebendigen Leibe geschreddert (d.h. im Häcksler zerkleinert!). In Deutschland betrifft das 40 Millionen Küken im Jahr! Auch das ist ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, denn das Streben nach Profit ist kein vernünftiger Grund zum Töten. Es gibt einen Betrieb in Mecklenburg-Vorpommern, der die männlichen Küken über einen längeren Zeitraum aufzieht und mästet. Aber dieses Verfahren macht die Eier teurer. Also: Verbraucher haben die Macht! Mit unserem Einkaufsverhalten können wir Einfluss nehmen.

Laut einem Bericht im Nordkurier vom 31.3.2015 gibt es nun ein neues Verfahren, welches bereits im Ei das Geschlecht des Kükens bestimmen lässt. Ab Mai könnte mit dem Umsetzen in der Praxis begonnen werden. Aber dafür müssen erst entsprechende Maschinen entwickelt werden. Noch liegt das Schlupfergebnis niedriger als ohne Geschlechterbestimmung. Fazit: auch mit diesem Verfahren werden die Eier teurer. Die Geflügelbrüter fordern schon jetzt eine europäische Lösung. Es stellt sich mir die Frage, ob alle Beteiligten bereit sein werden, das neue Verfahren einzuführen und anzuwenden. Gerade jetzt zum Osterfest sollten wir alle mal über die Zusammenhänge nachdenken, wenn wir besonders viele Eier kaufen.