In Gedenken an Billy

Billy4

Der alte Kettenhund

Ich bin allein; es ist schon Nacht
und stille wird’s im Haus.
Dort ist ein Feuer angefacht,
dort ruht mein Herr sich aus.

Er liegt im warmen Federbett,
deckt bis ans Ohr sich zu,
und ich auf meinem harten Brett
bewache seine Ruh.

Die Nacht ist kalt, ich schlafe nicht,
der Wind aus Ost weht kalt;
die Kälte ins Gebein mir kriecht,
ich bin ja auch schon alt.

Die Hütte, die mein Herr versprach,
erlebe ich nicht mehr,
der Regen tropft durchs morsche Dach,
Stroh gab’s schon längst micht mehr.

Die Nacht ist kalt, der Hunger quält,
mein Winseln niemand hört,
und wüßt mein Herr auch was mir fehlt,
er wird nicht gern gestört.

Die Nacht ist lang,
zum zehnten Mal leck ich die Schüssel aus,
den Knochen, den ich jüngst versteckt,
den grub ich längst schon aus.

Die Kette, die schon oft geflickt,
sie reibt den Hals mir bloß.
Sie reicht nur noch ein kurzes Stück,
und nie werd ich sie los.

Was Freiheit ist, das lern ich nie,
doch weiß ich, ich bin treu.
So lieg ich, warte auf den Tod,
denn dieser macht mich frei.
 

Billy hatte Glück und wurde, fast verhungert und zu schwach zum Laufen,
im Juni 2001 aus der schlechten Haltung befreit!
Er durfte bei uns noch ein glückliches Jahr verbringen.
Sein ganzes verpaßtes Leben (7 Jahre Kettenhund) holte er bei uns
in einem Jahr nach und er genoß diese Zeit wirklich sehr.

Nach einem Schlaganfall, von dem Billy sich nicht mehr erholte,
haben wir ihn am 20.06.2002 von seinem Leid erlösen müssen!