Sonntag, den 31.10.2010

Gestern erhielten wir einen Anruf der Polizei mit der Information, dass ein Hund in einem Ort zwischen 2 Häusern liegt. Wir sollten ihn abholen. Unsere Pflegerin fuhr los und fand eine völlig abgemagerte und ausgetrocknete Hündin vor, die nur mit vielen Pausen den Weg bis ins Tierhilfeauto schaffte. Sie hat Wucherungen an der Wirbelsäule, viele Knoten im Gesäuge. Wie sehr ihre hinteren Gelenke erkrankt sind, werden wir sehen, wenn sie sich erholt hat. Morgen wird sie dem Tierarzt vorgestellt. Die Mädchen haben sie Beauty getauft, denn die Hündin hat ein sehr schönes Gesicht und war sicher einmal eine stolze Erscheinung. Was ging mir durch den Kopf, als ich sie heute sah? Ich empfand wieder einmal eine große Traurigkeit. Warum werfen Menschen Tiere weg? Die Hündin ist vielleicht 13 Jahre alt. Ein altes, krankes Tier. Hat sie ihre Treue versagt? Ganz sicher nicht. Hat sie ihre “Wachfunktion” an der Kette nicht mehr ausgeführt? Gut möglich, vielleicht hatte sie große Schmerzen. Oder hat sie nur noch Geld gekostet (notwendige OP?) Oder wollte man sich ganz einfach nicht mit einem alten, kranken Tier umgeben und sich lieber einen Welpen holen? Bei diesen Gedanken weicht die Traurigkeit meiner Wut auf Menschen, die in Tieren nur eine Sache, die man nach Belieben wegwerfen kann, sehen. Wer zu Tieren schlecht ist, ist auch zu Menschen nicht gut. Gern lasse ich mich eines Besseren belehren…

Nein, das Bild, welches wir unter “Zuhause gesucht” eingestellt haben, ist nicht schön. Aber es gibt den Zustand wieder, in dem sich die Hündin befindet. Sie hat gefressen und getrunken, sie wurde gleich gegen den übermäßigen Flohbefall behandelt und sie freut sich über jeden Menschen, der sie in ihrem Zimmer besucht, sie streichelt und mit ihr leise redet.  Sie hat den Glauben an den Menschen noch nicht verloren, im Gegenteil.

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