Schwanenmädchen Emily

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Schwanenmädchen Emily

Im Sommer 2010 bekamen wir einen Anruf aus Pasenow. Es hieß, ein Schwan wäre bei der Landung auf dem See in eine Leitung geflogen und hätte sich beide Flügel gebrochen.

Da niemand für diesen Fall zu erreichen war, fuhren wir hin und nahmen den verstörten, gesundheitlich sehr angeschlagenen Schwan mit zum Heim.

Von dort aus suchten wir einen Hof, der für solche Fälle ausgerüstet ist. Doch alle, denen wir von diesem Notfall berichteten, rieten uns, das Tier vom Tierarzt erlösen zu lassen.

Die letzte Nummer, die wir wählten, war von Herr Hoppe aus Amalienhof.

Er war der Meinung, das Tier nicht zu erlösen und so konnten wir den Schwan (wir nannten sie Emily) zu ihm bringen.

Es wurde festgestellt, dass das arme Geschöpf voller Parasiten war und sie keine gebrochenen Flügel hatte. Man hatte dieses Wildtier kupiert. Und sie war in einem sehr schlechten Zustand. Somit ist sie nicht in eine Leitung geflogen, sondern man hat den Schwan privat auf einem Hinterhof gehalten und ihr den Flügel kupiert, damit sie nicht fortfliegen konnte. Sie wurde somit zum Sklaven des Menschen gemacht. Wir denken, Emily wurde am See ausgesetzt, aus welchen Gründen auch immer. Mit ca. 9 kg Körpergewicht kam  Emily in Amalienhof an … ein ausgewachsener Schwan wiegt ca. 25 kg. Sie war weder scheu noch böse. Als wir sie ins eingezäunte Wasser setzten, schien es uns, als hätte sie das erste Mal auf dem Wasser gesessen. Plötzlich bekam sie ein anderes Gesicht … ein Blick des Friedens. Leider kam die Hilfe zu spät und sie starb einige Tage später an zahlreichen Magenwürmern.

Wie egoistisch kann man sein, ein wildes Tier von seiner Mutter zu rauben, um es zum Sklaven des Menschen zu machen. Ein wildes Tier in Gefangenschaft zu halten und dem Tier nicht das zu geben, was es eigentlich zum Leben braucht. Wie schrecklich kann man sein … einen Schwan das Fliegen zu nehmen … einem Wasservogel das Wasser zu verweigern?

Wir haben um Emily gekämpft und danken Herr Hoppe und seinen Leuten für seine liebevolle Mühe und Unterstützung.

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